Plancha Grill Temperatur: Die drei Hitzezonen deiner Feuerplatte
Du legst das Steak in die Mitte, das Gemüse an den Rand, und beides gart trotzdem gleichzeitig fertig. Das ist kein Zufall, sondern Physik. Eine Plancha-Feuerplatte ist an keiner Stelle gleich heiß. Dieser Ratgeber zeigt dir die drei Temperaturzonen deiner Platte, die konkreten Gradzahlen für jede Zone und wie du sie gezielt für dein Grillgut nutzt.

Kurzantwort: Wie hoch wird die Temperatur beim Plancha Grill?
Eine Remundi Feuerplatte erreicht drei Temperaturzonen gleichzeitig: im Zentrum 250–350 °C (bei starker Befeuerung bis zu 400 °C), in der mittleren Zone 150–200 °C und am äußeren Rand 80–100 °C. Die Zone entscheidet über das Ergebnis, nicht die Uhr. Zentrum zum Anbraten, mittlere Zone zum Garen, Rand zum Warmhalten.
Diese Werte gelten für die frisch entfachte Platte. Mit steigender Laufzeit wandert die Hitze nach außen: Grillmeister Uwe Schott beobachtet in der Praxis bei durchgeheizter Platte dann eher 280–300 °C in der mittleren Zone und bis zu 180 °C am Rand. Richtwerte aus eigener Erfahrung, nicht herstellerbestätigt oder messtechnisch nachgemessen.
Warum eine Plancha-Platte keine gleichmäßige Temperatur hat

Das Feuer sitzt im Zentrum der Feuerschale, direkt unter der Platte. Die Hitze wandert von dort nach außen und verliert auf dem Weg an Kraft. Genau dieser Verlauf macht die Platte zum vielseitigen Werkzeug. Du brauchst keine zweite Kochstelle für das Gemüse, während das Fleisch scharf angrillt. Eine Platte reicht, du musst nur wissen, wo du was hinlegst.
Zone 1: Das Zentrum, bis zu 400 °C

Direkt über der Feueröffnung entsteht die schärfste Hitze der Platte. Hier bildet sich die Kruste, hier entstehen die Röstaromen. Ein Steak braucht hier nur wenige Minuten pro Seite. Mit dem Topper-Aufsatz bekommt das Fleisch zusätzlich ein saftiges Branding, weil die Hitze konzentriert von unten kommt.
Grillmeister Uwe Schott bestätigt diesen Wert aus eigener Praxis: direkt am Feuerloch liegen demnach ca. 350 °C an. Ein Richtwert aus seiner Erfahrung, kein messtechnisch nachgemessener Fixwert.
Expertentipp: Steak im Hitzegefälle richtig wenden
Grillmeister Uwe Schott (Grillschmiede Schott) empfiehlt für Steaks auf der Feuerplatte ein einfaches Prinzip: erst 2 Minuten von einer Seite scharf anbraten, dann 2 Minuten von der anderen. Danach nicht auf voller Hitze durchbraten, sondern das Fleisch zwei- bis dreimal zwischen Zentrum und mittlerer Zone hin und her bewegen. So entsteht die Kruste im Zentrum, während das Fleisch in der mittleren Zone langsam durchzieht, statt außen zu verbrennen und innen roh zu bleiben.
Bei dickeren Steaks geht Uwe noch einen Schritt weiter: Nach dem Anbraten legt er das Fleisch zum Ruhen auf eine erwärmte Holzplanke am Rand der Platte (rund 80–90 °C) und wendet es alle 10 bis 20 Minuten erneut kurz auf der Platte an, statt es durchgehend auf voller Hitze zu lassen. So zieht die Hitze gleichmäßig durch, bis das Fleisch eine Kerntemperatur zwischen 56 und 58 °C erreicht. Das ist der Punkt, an dem er es von der Platte nimmt.
Zone 2: Die mittlere Zone, 150 bis 200 °C

Der Großteil deines Grillguts verbringt seine Zeit hier. Gemüse gart schonend im eigenen Saft, ohne zu verbrennen. Fisch zieht glasig durch. Smashed Burger bekommen hier die letzten Minuten, nachdem die Kruste im Zentrum entstanden ist. Diese Zone ist auch der Grund, warum sich eine Platte für mehrere Gerichte gleichzeitig eignet, ohne dass ein Gericht das andere blockiert.
Diese 150–200 °C gelten für die frisch entfachte Platte. Läuft das Feuer schon länger, wandert die Hitze nach außen: Grillmeister Uwe Schott beobachtet in dieser Zone dann eher 280–300 °C. Ein Praxiswert aus eigener Erfahrung, nicht herstellerbestätigt.
Ein Spiegelei gehört ebenfalls hierher, allerdings nicht direkt auf die offene Platte: Grillmeister Uwe Schott setzt dafür einen Bratring zwischen mittlerer Zone und Rand ein, schlägt das Ei hinein und lässt es darin stocken. So bleibt das Eigelb an Ort und Stelle, statt auf der Platte davonzulaufen.
Zone 3: Der äußere Rand, 80 bis 100 °C

Am Rand wird die Platte zur Ruhezone. Fertig gegrilltes Fleisch darf hier liegen und ruhen, damit sich die Säfte verteilen, statt beim Anschneiden sofort auszulaufen. Bereits gegartes Gemüse bleibt warm, ohne weiterzugaren. Für alles, was fertig ist, aber noch warten muss, ist der Rand die richtige Stelle.
Auch die 80–100 °C gelten für die frühe Phase. Je länger die Platte in Betrieb ist, desto wärmer wird auch der Rand. Laut Uwe Schott steigt er bei durchgeheizter Platte auf bis zu ca. 180 °C. Ein kurzer Check mit der Hand oder dem Wassertropfen-Test schafft hier schnell Klarheit.
Auch für Pancakes ist diese kühlere Zone der richtige Ort. Grillmeister Uwe Schott lässt dafür bewusst nur noch Glut statt offenem Feuer unter der Platte und gibt den Teig erst auf, wenn die Hitze insgesamt abgeklungen ist. Erst wenn sich auf der Oberfläche Blasen bilden und aufplatzen, ist die Unterseite goldbraun und der Pancake bereit zum Wenden.
Die niedrige Zone im Winter: mehr als nur Warmhalten
„Für den Winter ein richtig geiles Teil.“
Uwe Schott, Grillschmiede Schott
Mit dem Topper-Aufsatz wird die niedrige Zone zur Getränkestation. Ein Topf Glühwein auf dem Topper bleibt durch die Restwärme durchgehend heiß, Emailletassen stehen direkt daneben auf der Platte, und alle sitzen rundherum am warmen Stahl. Nebenbei grillt sich jeder noch eine Kleinigkeit auf der freien Fläche. Die Feuerplatte bleibt so ein Grund zum Rausgehen, auch wenn die Grillsaison offiziell vorbei ist.
Temperatur ohne Thermometer erkennen: der Wassertropfen-Test
Du musst die Zonen nicht messen, um sie zu erkennen. Der zuverlässigste Test funktioniert mit ein paar Tropfen Wasser: Spritze etwas Wasser auf die Platte und beobachte, was mit dem Tropfen passiert.
Der als Leidenfrost-Effekt bekannte Test ersetzt kein Thermometer auf den Grad genau, zeigt dir aber zuverlässig, welche Zone gerade zum scharfen Anbraten bereit ist und welche sich besser zum schonenden Garen eignet.

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Die häufigsten Fehler bei den Temperaturzonen
Zu früh aufgelegt. Wer das Grillgut auflegt, bevor die gewünschte Zone ihre Temperatur erreicht hat, verliert die Kruste. Das Fleisch gart, statt zu bräunen, und gibt zu früh Saft ab.
Falsche Zone fürs Gericht. Empfindliches Gemüse oder dünne Fischfilets im Zentrum verbrennen außen, bevor sie innen gar sind. Umgekehrt bleibt ein dickes Steak am Rand blass und ohne Kruste. Die Zone entscheidet, nicht die Uhr.
Restwärme unterschätzt. Auch nach dem Herunternehmen gart Fleisch durch die gespeicherte Hitze noch nach. Wer exakt auf den Punkt garen will, nimmt das Grillgut kurz vor der Zielgarstufe von der Platte und lässt es am Rand oder daneben ruhen.
Wie du die Temperaturzonen selbst steuerst
Die drei Zonen sind kein fester Zustand. Du verschiebst sie, indem du die Glut im Inneren der Schale zur Seite schiebst, wenn der äußere Rand mehr Hitze bekommen soll. Mehr Holz im Zentrum verschiebt die 400-°C-Marke weiter nach außen, weniger Holz lässt die Platte insgesamt abkühlen.
Auch die reine Laufzeit der Platte verschiebt die Zonen. Läuft die Platte schon länger, hilft der Wassertropfen-Test zuverlässiger als eine feste Zeitangabe, um die aktuelle Temperatur einer Zone einzuschätzen.
Bei der Remundi Pro-Serie übernimmt das eine stufenlose Zuluftsteuerung: mehr Luft, mehr Hitze, weniger Luft, längeres und schonenderes Garen. Du hältst die Kontrolle über Glut und Temperatur über Stunden, ohne ständig Holz nachzulegen. Die Basic-Serie kommt ohne diese Steuerung, dafür bist du in 15 Minuten am Feuer. Für spontane Abende reicht das, für lange Grillsessions mit wechselnden Gängen lohnt sich die Zuluftsteuerung.
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Ist eine Plancha das Gleiche wie eine Feuerplatte?
Eine Plancha bezeichnet ursprünglich eine glatte, geschlossene Grillplatte, die auch auf Gas- oder Elektrogrills läuft. Eine Feuerplatte wie der Remundi wird dagegen mit Holz oder Kohle befeuert und hat die zentrale Feueröffnung, die erst die drei Temperaturzonen entstehen lässt. Beide Begriffe werden im deutschen Sprachgebrauch oft synonym verwendet, das Grillprinzip mit Platte statt Rost ist identisch.
Zusammenfassung
Zentrum: 250–350 °C, bis 400 °C (Uwe Schott: ca. 350 °C am Feuerloch). Zum Anbraten.
Mittlere Zone: 150–200 °C, durchgeheizt ca. 280–300 °C (Praxiswert Uwe Schott). Zum Durchgaren.
Rand: 80–100 °C, durchgeheizt bis ca. 180 °C (Praxiswert Uwe Schott). Zum Warmhalten und Ruhen.
Steuerung: Glut verschieben, Zuluftsteuerung nutzen oder Laufzeit einkalkulieren.
Eine Platte, drei Zonen, jedes Gericht am richtigen Platz.
Häufige Fragen zur Plancha Grill Temperatur (FAQ)



